Ein graues S. Denn sonntags, da vermisse ich dich.
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Sonntags vermisse ich dich

„Manchmal vermisse ich dich“, habe ich getippt und es gleich wieder gelöscht.
Die Wahrheit ist nämlich: Ich vermisse dich.
Viel öfter als nur manchmal.

Sonntags vermisse ich dich.
Wenn ich dich nicht besuchen und kein Stück Pflaumenkuchen mit dir essen kann.

Abends vermisse ich dich.
Wenn ich die Füße hochlege, den Fernseher einschalte und deine Sendung ohne dich läuft.

Im Supermarkt vermisse ich dich.
Wenn ich den Pfirsichsaft sehe, den du so gern getrunken und immer auf Vorrat gelagert hast. Im kleinen Kämmerchen, hinten rechts vom Flur.

Wenn mir langweilig ist, vermisse ich dich.
Weil ich so gern eine Runde mit dir kniffeln würde.

Bei Familienfeiern vermisse ich dich.
Wenn ein Platz einfach leer bleibt, der für mich immer noch deiner ist.

Ganz besonders vermisse ich dich, wenn mir alles zu viel ist.
Zu laut.
Zu schwer.
Zu kalt.
Weil die Welt wieder in Ordnung war, sobald du mich mit einem Kuss begrüßt und rein gewunken hast.

Und wer bringt die Welt jetzt in Ordnung?

Die Wahrheit bleibt: Ich vermisse dich.
So viel öfter als nur manchmal.

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